Foto: Puriah Safary

Ich mag es überhaupt nicht, öffentlich über mich zu reden, geschweige denn zu schreiben. Ich mache es hier nur, weil ich von meinen Klient*innen dieselbe Offenheit erwarte. Im 1:1 Coaching erzähle ich Dir von mir, damit Du Dich traust, mir Deinen deep shit zu erzählen – denn damit arbeiten wir. Hier also meine Vorstellung und ich würde mir eine ähnlich offene Vorstellung von Dir wünschen, denn damit sparen wir Zeit:

 

Ich bin berzeugter Europer deutscher Nation und wurde am 16.6.1976 in Augsburg geboren – einer vor über 2000 Jahren von Römern gegründeten, ehemaligen Fugger- und freien Reichsstadt, Bertolt Brechts ungeliebte Heimat. Ich bin Zwilling, Aszendent Krebs. Im keltischen Baumhoroskop bin ich ein Feigenbaum und im chinesischen Horoskop ein Drache. Mein Archetyp ist Priester. Ich bin 50% bayerischer Schwabe, 25% Sachse und 25% Tscheche. Ich habe einen älteren Bruder, der ist Kardiologe, und eine jüngere Schwester, die ist Versicherungskauffrau. Mein Vater war Architekt, meine Mutter MTA. Meine Eltern waren geschieden und jeweils neu verheiratet. Meine politische Einstellung ist immer pro Natur, liberal aber sozial, konservativ, aber progressiv. Ausser Singen, Rudern und Auto fahren habe ich Hobbies. Ok, ich kann mich auf Pferden halten und ich liebe Pferde. Und Geschichte. Und alles, was schön ist. La mer. Und ich bin überzeugter FKKler.

 

Im Schultheater wurde ich von Nessie Nesslauer und Hans-Christian Schmid entdeckt und habe meine erste Filmrolle neben Franka Potente und Axel Milberg bekommen. Daraus ergaben sich weitere Rollen. Nach meinem 1,9 Abitur bin ich sofort nach Berlin gezogen, weil meine Eltern eh pleite waren und ich machen konnte, was ich wollte. Also war ich clubben, habe gekellnert und nebenbei Schauspielunterricht genommen – bei Barbara Czerwinski (Schaubhne Berlin), Prof. Stefan Wiefel (Folkwangschule Essen/Hochschule fr Musik und Theater Hannover) und John Costopoulos (HdK Berlin/Actors Studio New York). Dann war ich anderthalb Jahre Soap-Star bei „Verbotene Liebe“ – eine geile Zeit mit geilen Kolleg*innen, aber niemand konnte mir Schauspiel erklären. Als ein Low-Budget-Film mit mir in Los Angeles lief, traf ich meine erste Mentorin: Susan Batson.

Susan Batson, Foto: Elizabeth Lippman

Nach dieser Art von Schauspiel hatte ich insgeheim immer gesucht. Ich arbeitete rund um die Uhr mit Susan in ihrem Studio. Zwei Monate später arbeitete ich mit ihr an meiner Theaterrolle fürs Theater an der Kö in Düsseldorf – und zwar in Rumänien, wo ich Susans Klientin Nicole Kidman parallel zu ihren Dreharbeiten von „Cold Mountain“ kennenlernte. Nach meinem Theaterengagement zog ich für 2 Jahre nach New York, arbeitete als Model und studierte an Susans Schule. Susan machte mich zum Mitglied ihrer Master Class, wo ich neben Juliette Binoche saß. Ich bin Susan bis heute für ihre Unterstützung dankbar.

Dennoch zog es mich zurück in die deutsche Heimat. Susans Freundin Suzanne Geyer in München wurde meine zweite Mentorin. Mit ihr habe ich Susans Technik drei weitere Jahre eingeübt und sie hat mich zu den „Archetypen der Seele“ gebracht. Durch unsere Arbeit ist mir der Relaunch meiner TV-Karriere gelungen. Rückblickend habe ich in meinen 25 Jahren als Schauspieler neben Theater in allen Film- und Fernsehformaten gespielt: In Scripted Reality, Daily Soaps, Telenovelas, wöchentlichen Serien, Fernsehfilmen, Kinofilmen, internationalen Kinofilmen, sowie für Netflix und Amazon.

Ich kenne jedes Department innerhalb der Branche aus eigener Beobachtung. Ich weiss, wie schwierig es sein kann, die eigenen Vorstellungen im Drehalltag durchzubringen. Aber es gibt einen Weg – immer. Filme machen ist Teamarbeit.

 Meine Biographie liest sich vielleicht geradlinig und zielstrebig. Aber so war es nicht. Das Leben per se ist nicht geradlinig. Mein Leben zwischen 20 und 30 war pures Chaos und Orientierungsliosigkeit und zwischen 30 und 40 auch nicht viel besser: Stress und Langeweile, Depression und Euphorie, Drama und Einsamkeit – ich kenne alles. Aber egal, mit zunehmendem Alter lichtete sich mein Leben. Heute sehe ich den Wald trotz Bäumen. Der Wechsel meiner energetischen Frequenz zwischen “high and low“ wurde immer höher und damit ist mein Leben heute entspannter. Frage mich aber bitte nie, wie es mir geht – ich werde immer sagen „sehr gut“, denn ich bin Dein Coach und nicht Dein privater Freund.

 

 

Sei beruhigt, wenn Du keinen Überblick über Dein Leben hast, den hatte ich auch nicht. Aber Du hast mit mir den Coach, den ich nie hatte.

 

Was mir damals nicht bewusst war, aber heute der Backbone meiner Arbeit und meines Lebens ist, war, dass ich schon relativ früh angefangen habe, spirituell zu arbeiten: Mit 21 Jahren begann ich mit TM (Transzentale Meditation nach Marishi Manesh Yogi) und Yoga. Das war über die Jahre ein Gate-Opener und auch mein Schutzengel. Nicht, dass ich der Meditation und der spirituellen Lebensweise stoisch treu geblieben wäre, aber in allen schwierigen Phasen meines Lebens retteten sie mich. Meine Begegnung mit Shin und der Kontakt zu Sadhguru brachten und bringen mich immer wieder zurück zu mir und meiner Seele. Heute ist die Spiritualität ein unumgehbarer Bestandteil meines Lebens und ich bin glücklicher als je zuvor.

 

Ohne Veränderung oder Transformation wäre alles langweilig: 2009 bekam ich die Diagnose, dass ich MS (Multiple Sklerose) habe. Das war ein Schocker und auch ein Grund, warum ich mich zusehends vom Schauspiel zurückgezogen habe – weil ich meinem Körper nicht mehr traute. ABER: MS ist KEIN Grund, Schauspieler*innen zu diskriminieren, so wie es einer Kollegin erging! Wenn Malu Dreyer mit MS Ministerpräsidentin sein kann, dann können Schauspieler*innen auch mit MS spielen! Wozu sonst gibt es Dreh-Versicherungen? Außerdem gibt es in der MS extrem unterschiedliche Verläufe von „nicht spürbar“ bis „behindert“. Ich habe einen mittleren Verlauf und meine Klient*innen bekommen davon nichts mit. Ich möchte auch nicht danach gefragt werden. Ich sehe „Krankheit als Weg“: Obwohl man auch mit MS schauspielen kann, war es für mich ein Impuls, also Coach hinter die Kamera zu gehen. Ich bin der Überzeugung, dass wir alle Schaupieler*innen wurden, um unser Leben zu ändern. Oder die Person zu werden, die wir eigentlich sind oder immer sein wollten. Das ist mir gelungen: Durch Schauspiel bin ich der Mann geworden, der ich immer sein wollte. Und der Coach, den ich mir von Anfang an selber gewnscht htte.

 

Speaking of „Veränderung und Transformation“: 2012 ist mein Vater nach kurzer, und 2014 meine Mutter nach langer Krankheit gestorben. So beschissen diese Zeit war – ich bin in sehr gutem Kontakt mit meinen Eltern, ich muss mich nicht mehr um sie kümmern und muss auch kein Schauspieler mehr sein, damit sie stolz auf mich sind. Und was viele nicht wissen: 2013 habe ich den Oscar gewonnen und wenn man mal den Oscar gewonnen hat, dann muss man auch niemandem mehr was beweisen – mein Mann heisst Oscar. Und ohne Schauspiel hätte ich ihn nie kennengelernt.

 

Du kannst Dir vorstellen, dass es für mich in unserer hetero-normativen, patriachalischen Gesellschaft und Filmbranche als homosexueller Schauspieler nicht leicht war. Deswegen haben ich und einige meiner Klient*innen 2021 das #ActOut-Manifest (https://de.wikipedia.org/wiki/ActOut) unterstüzt, das bis nach Hollywood ging, damit es keinem und keiner Schauspieler*in mehr so ergehen muss wie uns. Wer auch immer Dich wegen Deiner sexuellen Orientierung diskriminiert, wird öffentlich gemacht. 

Meine dritte Mentorin – oder vielmehr Ziellinie – wurde Ivana Chubbuck. Sie begegnete mir bei sich in Hollywood nicht als Lehrerin, sondern als Kollegin. Sie hat mich in allem, was ich über Schauspiel bereits wusste oder ahnte, bestätigt. Mit ihrer kick-ass-Einstellung hat sie mich darin bestärkt, meine eigene Schauspieltechnik – die Avatar-Technik© – weiter zu verfolgen und auch weiterzugeben. Es waren und sind immer Mentorinnen, von denen ich gelernt habe. Ja, tatsächlich nur Frauen! Dabei habe ich eher Männer- Freunde.

 

Ich mchte betonen: Ich bin und war nie einer dieser Coaches, die aus schauspielerischem Misserfolg, Frustration, privatem Unglück, Geldnten, Minderwertigkeitskomplexen oder Mangel an Alternativen Schauspiellehrer geworden sind und das dann an Ihren Schler*innen auszulassen. Ich kenne diese Kandidat*innen! So bin ich nicht. Ich bin auch kein Scharlatan, Tempeltnzer, Rattenfnger oder machtbesessen. Ich bin auch im Gegensatz zu vielen anderen Coaches kein Schauspieler mehr und will auch keiner mehr sein. Rückblickend bemerke ich, dass mich einige Kolleg*innen und Konkurrent*innen biegen und brechen wollten – aber es ist ihnen nicht gelungen.

mit Ivana Chubbuck, Foto: Maik Rogge

Jetzt mache ich nur noch das, was ich am besten kann und am liebsten mag: Fragen beantworten, Visionen aufzeigen, Struktur und Rat geben. Das ist meine Inselbegabung. Mittlerweile coache ich seit ber 14 Jahren Schauspieler*innen, habe an 5 Schauspielschulen doziert und an einer 1,0 Magisterarbeit ber Method Acting mitgearbeitet. Seit 8 Jahren gebe ich bundesweit und sogar im Ausland Workshops, bin Kolumnist im „Ca:st-Mag“ und gebe Interviews und schreibe Gast-Arikel für den „Schauspiegel“ des Bffs.

 

Ich wünsche Dir dieselbe Kraft und Ausdauer, wie ich sie brauchte – und die wirst Du für Deinen Beruf als Schauspieler*in brauchen! Wenn Du Dich zu 100% Deinem Beruf als Schauspieler*in hingibst, und keine Angst vor Deiner eigenen Wahrheit hast, dann kannst Du für immer auf meine Unterstützung zählen.

 

Namaste,