Wie bekomme ich mehr Erfolg?

Erschienen im Ca:st-Mag 2/19

Foto: Leonardo DiCaprio mit seinem Oscar

Wie bekomme ich mehr Erfolg?

Mit dieser mehr oder weniger klar ausgedrückten Frage kommen ja oft Schauspieler
zu mir. Ich gebe die Frage dann immer zurück: Was ist denn Erfolg für Dich?
Und da kommen die meisten schon ins Stottern. Entweder trauen sie sich nicht,
„Geld“ oder „Fame“ zu sagen, oder sie haben schlichtweg keine Ahnung, was sie
wollen. Das ist beides nicht besonders konstruktiv.

Wenn Dir jemand auf Deine Frage nach mehr Erfolg sein Erfolgskonzept präsentiert,
dann kannst Du schon mal davon ausgehen, dass dieser Mensch Dir etwas verkaufen
will. Denn es gibt kein allgemein gültiges Erfolgsrezept.
Also nochmal von vorne. Was ist Erfolg für Dich?
Wenn Du Schauspieler bist oder sein willst, dann gehe ich davon aus, dass Du
Künstler bist. Oder zumindest künstlerische Neigungen hast. Ein Künstler möchte der
Welt seine Originalität hinterlassen. Ein Künstler hat eine kindliche Freude an allem
Neuen, mit seinen Partnern, an allem Ungewöhnlichen und an jedem Ausdruck seiner
Einzigartigkeit. Es geht einem Künstler nicht unbedingt um den Inhalt oder das
Medium seiner Kunst. Ein Künstler verspürt Lust und Freude daran, Elemente
miteinander zu kombinieren und etwas Neues zu erschaffen. Wahre Künstler oder
Schauspieler sind keine Re-Teller, also Nacherzähler, sondern sie wollen ihre
ureigene Interpretation eines Sujets manifestieren.
Als angehender Schauspieler brauchst Du natürlich Handwerk. Optimal ist eine
fundierte Ausbildung, aber learning by doing ist für mich genauso viel wert. Es geht
ja auch darum, dass Du lernst, Dich durchzusetzen. Dass Du in einem Team bestehen
kannst. Denn Schauspielerei ist immer Teamarbeit.
Langjährige Schauspieler sehnen sich oft nach einem Neustart und haben
Erfolgspläne. Das ist schön. Aber willst Du Gott zum Lachen bringen, dann zeige
ihm Deine Pläne! Denn es kommt erstens anders und zweitens als man denkt. Oder
wie Mark Twain sagt: „Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn es um
die Zukunft geht.“
Die meisten vergessen einen viel wesentlicheren Punkt:
Wer bin ich? Was ist mein Kern? Wer will ich sein?
Es darf auch dauern, bis Du diesen Kern findest. Es gibt kein A + B = C.
Ein Werdegang ist viel subtiler und sieht im Rückblick auch immer logischer aus als
er sich anfühlt. Setze Dir Etappenziele. Es braucht auch seine Zeit, bis man neue
Erkenntnisse verdaut hat.
Was Dein Kern ist, lehrt Dich entweder schon früh das Leben oder ein Mentor. Ein
Mentor ohne emotionale Abhängigkeiten. Für Nicole Kidman war das Susan Batson,
für James Dean war das Elia Kazan. Sie haben es geschafft, mittelmässige
Schauspieler in der Kunst so ehrlich werden zu lassen, dass sie heute legendär sind.
Du musst wissen, wer Du bist. Mit all Deinen Stärken und Schwächen. Das ist
wahres Selbst-Bewusstsein. Das ist es, was Du Deinem Publikum schenkst. Was gibt
es Schöneres, als für das, was man wirklich ist, anerkannt zu werden? Und nicht für
das, was man nicht ist.
Und dann gibt es nur noch eine Richtung: Nach vorne. Keine Ahnung, in welche
Richtung Dein „nach vorne“ geht! Mach Dich in Deiner Arbeit sichtbar. Informiere
Dich und folge Deiner Intuition! Mach Dir keinen Erfolgsdruck, sondern mach das,
was Dir Freude bereitet. Bilde Deine Arbeit ab und verbreite sie. Arbeite als Model,
als Moderator, spiele im Off-Theater, in Kurzfilmen, in Demoszenen, halte Lesungen,
dreh eine Webserie, einen Werbefilm, eine Mockumentary – was auch immer Du
willst! Oder mit den Worten von Florian David Fitz: „Solange Du Deine Seele
mitnimmst, kannst Du alles machen.“
Du musst natürlich auch Geld verdienen. Da musst Du klar priorisieren: Ist das eine
Arbeit fürs Geld, für die Kunst oder für Beziehungen? Einer der drei Punkte ist völlig
ausreichend. Du darfst nur in keinem der drei Punkte hängen bleiben. Denn erst dann
kannst Du Dein eigentliches Ziel erreichen: Geld und Kunst.
Als Künstler muss es Dich drängen: „Wo kann ich noch mehr von mir zeigen? Wo
sehen mich noch mehr Leute?“ Natürlich ist ein Künstler nie vollends zufrieden mit
seiner Arbeit – aber es gibt immer ein neues Projekt, eine neue Chance, besser zu
werden. Dafür musst Du wach sein, Augen und Ohren offen halten, ansprechbar und
erreichbar sein und vor allem Zeit dafür haben. Und auf Dein Bauchgefühl hören.
Klingt nach einem Allgemeinplatz, aber was sind Deine Prioritäten? Lebst Du Deine
Prioritäten oder die Prioritäten anderer?
Einem Künstler kann das Medium seines Ausdrucks egal sein. Max von Thun
kümmerte sich, als er Vater wurde, vor allem um seinen Sohn. Dann hat er ihm
Lieder vorgesungen und ihm Geschichten erzählt – die sind als Kinderbuch
erschienen und er ist damit sehr erfolgreich. Oder Palina Rojinski: Sie ist eigentlich
ausgebildete Tänzerin und stolperte mit einem scripted-reality-Format ins Schauspiel.
Dann wurde sie Moderatorin, DJane, Jurymitglied, ist Influencerin und hat nun ihren
eigenen Podcast. Sie ist eine wahre Künstlerin, weil nur sie die einzigartige Palina ist.
Gerade hat sie eine Hauptrolle in einen Kinofilm mit Elyas M´Barek gedreht.
Und müssen es denn für Dich wirklich der Kinofilm und der Oscar sein? Das ist nicht
besonders einfallsreich. Erdogan Ataly dreht seit 23 Jahren Cobra11 – damals
schmunzelte man über die neue RTL-Serie. Heute ist er einer der bestverdienendsten
Schauspieler Deutschlands und bei jeder neuen Folge auf den Punkt und neugierig. Er
hat sein Lebenswerk geschaffen.
Also was ist Erfolg für Dich? Wenn Du das weisst, dann kannst Du Dein Ziel mit
verbundenen Augen treffen.

Wie werde ich authentisch?

Erschienen im Ca:st-Mag 3/19

Foto: Charlize Theron in MONSTER

„Sei einfach Du selbst“ ist der beste und dümmste Tipp, den man dazu bekommen kann. Denn ja, natürlich wäre es wünschenswert, einfach man selbst in den gegebenen Umständen der Szene sein zu können. Nur sind am Set ungefähr 20 Leute um einen rum, die man nicht kennt, und die einem zuschauen! Wie soll man da ungeschützt man selbst und authentisch sein?

Deshalb muss man sich selber austricksen, um glaubwürdig zu sein. Denn man muss sich ja einerseits den natürlichen Selbstschutz am Set bewahren und andererseits persönliche Geheimnisse vor der Kamera preisgeben.

Klar kann man alles „perfekt“ machen. Aber das perfekte Bild, das Du gerne von Dir hättest, interessiert keine Sau und berührt niemanden. Als Schauspieler muss man den Mut haben, sich auch in unpässlichen Momenten zu zeigen. In emotionalen Zuständen, die privat niemand anderes sehen dürfte. Susan Batson nennt das den „Private Moment“ – der Moment, der selbst dem Zuschauer peinlich ist, weil er so ehrlich und intim ist. Es geht um die Authentizität der Figur im alltäglichen Leben – so wie Du privat unter Kollegen, Freunden oder mit der Familie wärst. Nur dass am Set eben die 20 Leute dabei sind und es danach vielleicht Millionen sehen

Auf Knopfdruck authentisch zu sein, ohne generisch zu werden, ist nicht einfach. Die Rolle schützt Dich und Deine Wahrheit. Nur muss eben auch die Rolle authentisch sein, damit sie als Schutzschild funktioniert. Und um das zu erreichen, kenne ich eigentlich nur 3 Möglichkeiten:

 

1. Public Persona
Viele Schauspieler sind vor und hinter der Kamera gleich. Sie haben für sich eine Persönlichkeit, eine Public Persona, geschaffen, mit der sie gut fahren und ankommen. Damit sind sie eine „Marke“ und sie „sind halt einfach so“. Damit fällt es leichter, vom Set-Gequatsche auf die Szene umzuschalten. Man surft quasi ständig auf der Rolle, die man auch im Alltag spielt. Die Schauspielkunst solcher Schauspieler liegt darin, sich mit ihrer Vorstellungskraft in unterschiedliche Szenarien hineinzuversetzen, mit „What if?“. Spielen tun sie immer nur sich selbst, bzw. die Rolle, die sie sich für ihr Leben ausgesucht haben. Für diese Herangehensweise ist die Lehre von Ivana Chubbuck besonders hilfreich – was will ich erreichen? Was ist meine Objective? Wozu möchte ich mein Gegenüber manipulieren? Ich habe grossen Respekt vor solchen Schauspielern, denn sie haben sich eine Public Persona kreiert und kennen sich und diese Rolle so gut, dass sie sie jederzeit abrufen können und dabei authentisch sind. Solche Schauspieler beobachten sich ständig selbst in ihrem privaten Leben und können diese Erkenntnisse wunderbar vor die Kamera transponieren. Der Nachteil dieser Herangehensweise ist, dass solche Schauspieler vor der Kamera selten überraschend sind, da sie sich immer innerhalb ihrer Public Persona bewegen. Und sie zahlen den hohen Preis, dass sie nie wirklich privat sind, sondern auch im Privatleben immer eine Rolle spielen.

 

2. „Von innen nach aussen“

Diese Herangehensweise entspricht sehr dem frühen Stanislavski, Lee Strasberg, Uta Hagen und Susan Batson. Ähnlich wie bei der Public Persona geht der Schauspieler hier von sich aus. Nur geht hier die Selbstforschung über die Grenzen einer Public Persona hinaus. Weiter in die Tiefe und in die Vergangenheit – „Wann und mit wem und wo habe ich so etwas schon einmal erlebt?“ (Es reicht übrigens schon ein Schluck Kaffee um zu wissen, wie eine ganze Kanne schmeckt – man muss in einer Rolle als  Mörder also niemanden umgebracht haben.) Hier benutzt man die Techniken, also Parameter wie Emotional Memory, Personalisations und einen Place. Je genauer und spezifischer man sich in diese erlebten Situationen zurückversetzt, desto authentischer wird das Spiel. Dank dieser Parameter ist es auch jederzeit wiederholbar. Das erfordert Vorarbeit für den Dreh – die Parameter müssen passend ausgewählt und verinnerlicht werden. Die Haltung und das Verhalten (also die Szenen-actions) müssen in der Probe zuhause angespielt werden. Der Text wird durch Subtexte vertieft. Je exakter diese Vorarbeit und Übung ist, desto spezifischer und authentischer wird das Spiel und umso flexibler und unabhängiger wird man von Spielpartnern und den Umständen am Set. Der Nachteil ist, dass man – vor allem bei unangenehmen Erinnerungen –  retraumatisiert wird und alte, unangenehme emotionale Zustände wieder hochkommen. Wenn man sie im Spiel auflösen kann, ist das ungefährlich. Aber nicht jedes Drehbuch oder jede Rolle lässt das zu. Deswegen ist es sehr wichtig, Psychohygiene zu betreiben und sich aus diesen Zuständen wieder bewusst rauszuholen.

 

3. „Von aussen nach innen“

Statt sich auf seine eigenen Gefühle oder auf eine ähnliche, selbst erlebte Geschichte zu konzentrieren, kann man sich seine Rolle auch von aussen ansehen:

Welchen sozio-ökonomischen Hintergrund hat diese Figur? Welche Haltung? Welche Sprechweise? Was für eine Kleidung? Was für einen Alltag? Man recherchiert kleinste Details der Figur und diese Informationen geben Dir klare Leitlinien, wie diese Figur agiert. Wenn Du alles über die Rolle weisst, dann gibt es auch nur noch eine Option, wie diese Figur handelt und die ist immer authentisch. Oder wie Meryl Streep sagte: „Ich denke jeden Gedanken der Figur durch, dann ist der Weg frei für die Intuition.“ Ein weiteres Beispiel dafür ist Stella Adlers Schüler Marlon Brando, der zig Rollen vom Proll Stanley Kowalski über Napoleon bis hin zum Paten gespielt hat. Und trotzdem war er immer Marlon! Durch seine Recherche und Übungen für die Rolle war er immer absolut authentisch und erfüllte die Rolle dann mit seiner Lebendigkeit. Authentizität wird quasi ein Nebeneffekt. Darauf haben sich der späte Stanislavski, Meyerhold und Stella Adler spezialisiert. Auch ich habe – wie jeder Coach der etwas auf sich hält – eine eigene Technik entwickelt, die Avatar-Technik. Danach wird die Rolle bis in kleinste Details visualisiert und dann schlüpft man faktisch in diese Rolle wie in einen Avatar. Man belebt diesen Avatar mit der eigenen Lebendigkeit.

Wenn man über das „von aussen nach innen“ seine Rolle wirklich kennt, dann kann man nur das tun, was die Rolle tun würde – und das ist immer authentisch. Die Rolle führt Dich und nicht Dein Ego die Rolle. Der Nachteil dieser Technik ist natürlich viel Arbeit. Ein Coach sollte Dir möglichst viel von dieser Arbeit abnehmen.

Diese 3 Wege sind ein Garant für Authentizität. Natürlich kann eine Rolle auch ein Konglomerat verschiedener Herangehensweisen sein. Man spielt ja moment-by-moment und für jeden Moment gibt es den für Dich am besten geeigneten Zugang zur Authentizität. Man muss nur konsequent sein. Wischi-Waschi-Arbeit ergibt auch Wischi-Waschi-Ergebnisse. Für viele Produktionen mag das reichen, befriedigend ist das allerdings nicht. Wenn Du spielst, dass Du die Figur bist, dann bist Du die Figur nicht. Dann bist Du nicht authentisch, sondern ein Schauspieler, der einen Schauspieler spielt. Diese 3 Wege sind aber die Einstiegspforten dafür, dass Du Dich selber so gut manipulieren kannst, dass Du die Rolle nicht vorführst, sondern die Figur in diesem Moment bist.

Die Diskriminierung schwuler Schauspieler

Erschienen im Bffs-Schauspiegel 1/19

Foto: Max Rhyser

Niemals einen Schwulen für eine schwule Rolle besetzen
von Matthias Beier

Es ist eine Tatsache, dass schwule Schauspieler eine diskriminierte Minderheit sind. Diese
Diskriminierung war einer der Gründe, warum ich mich als Schauspieler zurückgezogen habe.

Film und vor allem Fernsehen bilden die Gesellschaft ab. Deshalb frage ich mich, in was für einer
Gesellschaft wir in Deutschland leben. Denn diese Gesellschaft ist unser Publikum. Da ich
optimistisch bin, würde ich behaupten, dass wir in einer positiv-dynamischen Zeit des Übergangs
vom Patriarchat ins Matriarchat leben. Noch haben wir nicht die völlige Gleichstellung von Mann
und Frau erreicht, aber trotz reaktionärer Kräfte glaube ich, dass dieser Wandel nicht aufzuhalten
ist. Aber egal ob Patriarchat, Matriarchat oder Gleichberechtigung – wir leben in einer
heteronormativen Gesellschaft. Das heisst, Heterosexualität gilt als die soziale Norm und
Homosexualität wird zwar weitgehend geduldet, aber eben nicht vollends für gut befunden.

Warum ist das so? Unsere westlichen Werte basieren auf dem Christentum. Im Alten Testament ist
Homosexualität eine Sünde und darauf stand die Todesstrafe. Wir befinden uns in einer Zeit des
Wandels und dieser macht selbst vor den Kirchen nicht halt: Papst Franziskus entschuldigte sich
für die Diskriminierung Homosexueller, die evangelische Kirche spricht ihre liberale Haltung und
Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aus. Aber der Stachel der jahrtausendelangen
Stigmatisierung sitzt tief im allgemeinen Unterbewusstsein. Das nenne ich Homophobie. Noch
2017 stimmten Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer gegen die „Ehe für alle“ unter
Berufung auf das christliche „C“ der CDU. Die Abgeordneten der SPD, Linken und Bündnis 90/Die
Grünen stimmten geschlossen dafür.

Mein schwuler Spielpartner war das Gegenteil meines Beuteschemas und es wäre mir leichter
gefallen, eine Frau zu küssen.

Die Homophobie steckt also unbewusst oder sogar bewusst immer noch tief in unserer
Gesellschaft – unserem Publikum. Deswegen verstehe ich zwar die Entscheidungen von
Caster*innen, Regisseur*innen, Redakteur*innen, Produzent*innen und auch Kolleg*innen, aber
ich respektiere sie nicht.

Das grundsätzliche Misstrauen und die damit verbundenen Vorurteile der Menschen in unserer
Branche sind die eine Sache. Das Absprechen der Eignung offen schwuler Schauspieler für
heterosexuelle Rollen ist aber eine ganz andere:

Erstens unterschätzen vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender ihre Zuschauer – kein Wunder,
dass die Jugend zu Streamingdiensten abwandert. Dort spielt die private sexuelle Orientierung
keine Rolle. Und haben die Öffentlich-Rechtlichen keinen Bildungsauftrag? Und zwar nicht mit
klischeehaften schwulen Rollen, sondern mit offen schwulen Schauspielern in heterosexuellen
Rollen?

Ich bereue meine Lüge, weil ich Grenzen hätte setzen können, weil ich ehrlich zu mir selbst
gestanden wäre, weil ich noch mehr jungen schwulen Männern und vor allem Kollegen ein Vorbild
hätte sein können und weil ich gegen Diskriminierung gehandelt hätte.

Zweitens ruft mich die Unkenntnis der Kunst des Schauspiels innerhalb der Branche als Coach auf
die Barrikaden: Spätestens seit der Einführung des Handwerks der „sexual chemistry“ durch die
internationale Schauspiel-Koryphäe Ivana Chubbuck kann ein guter Schauspieler eine
Liebesszene mit einer Mülltonne spielen! Die Frage ist also nicht die sexuelle Orientierung eines
Schauspielers, sondern ob er ein guter Schauspieler ist. Ergo sind die ungeouteten, schwulen
Schauspieler verdammt gute Schauspieler. Warum trauen sich diese verdammt guten
Schauspieler nicht, sich zu outen? Es wird ihnen wegen der Fans, der Quote, des Ticketverkaufs
abgeraten – also letztlich für den Profit der Branche. Diese Fahrt auf Sicht ist allerdings wenig
visionär: Das Publikum von morgen, ist mit dem Internet aufgewachsen und weiß besser mit
Homosexualität umzugehen als seine Eltern. Ich habe als schwuler Junge auch für
Schauspielerinnen geschwärmt – einfach, weil sie gut waren und toll aussahen. Warum sollte es
dem heterosexuellen Teenie-Mädchen mit schwulen Schauspielern anders gehen?

Egal, ob schwul oder nicht-schwul: Schauspieler*innen lösen in ihren Rollen gesellschaftliche
Konflikte als „Rollenbilder“ auf. Als öffentliche Person schenken sie den Menschen Bewusst-Sein
und sind ein Vorbild dafür, wie man ein Leben leben kann. Und das verfolgen 10, 100, 1000, 100
000, 1 000 000 Menschen. Schauspieler*innen sind eine Projektionsfläche und Vorbild zugleich.

Wir Schwulen sind eine nicht reproduktive Gruppe der Bevölkerung. Die vedischen Sanskrit-
Schriften weisen dieser Bevölkerungsgruppe besondere Aufgaben zu – ihnen wurde grundlegende
Nähe zu künstlerischen und spirituellen Tätigkeiten nachgesagt. Sie waren Gäste an Höfen und in
Palästen und wurden zur Unterhaltung oder für Lehrtätigkeiten eingestellt. Ist das nicht, was
Schauspieler*innen ausmacht? Vielleicht sollten wir ein bisschen über das Christentum hinaus
schauen: Die vedische Kultur bestand ausdrücklich auf das Vorhandensein von Nicht-
Heterosexualität. Das traditionelle indische Recht verurteilt bis heute Ehebruch bei
Heterosexuellen wesentlich strenger als sexuelle Vergehen unter Homosexuellen. Da zitiere ich
gerne meinen englischen Coach-Kollegen Giles Foreman in Bezug auf heterosexuelle, männliche
Schauspieler: „I pitty them, because they have less fun!“ Oder sinngemäß mit den Worten des
tibetischen Meditationslehrers Chögyam Trungpa zum Thema Homosexualität: „Es geht zwischen
Menschen nicht um die Form ihres Körpers, sondern um die Form ihrer Beziehung.“ Oder – weil
wir ja Deutsche sind – mit Schiller: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts
Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Wie auch immer: Wäre Homosexualität
kein Tabu mehr, wäre die Welt friedlicher und glücklicher.

Der nächste prominente junge schwule Schauspieler zwischen 20 und 40, der sich outet, wird
deutsche Filmgeschichte – wenn er sehr gut ist.

Was können wir konkret gegen die Diskriminierung tun? Ich möchte uns Schwule nicht zu Opfern
machen und um öffentlich geleitete Inklusion bitten. Aber ich rufe jeden Einzelnen auf, sehr
bewusste Entscheidungen zu treffen.

Mir hat mal ein prominenter Klient, den ich gecoacht habe, gesagt, dass er schwulen Kollegen
nicht empfehlen würde, sich zwischen 20 und 40 zu outen. Er hat Recht und er hat Unrecht.

Recht hat er, weil es sicher einfacher ist, mit dem Strom zu schwimmen. Unrecht hat er, denn
welchen Wert hat materieller Erfolg, wenn ich dabei als Künstler meine Authentizität verkaufe? Ich
weiss noch, dass ich, als ich eine durchgehende schwule Serienrolle gespielt habe, in einem
Interview auf die Frage, ob ich selber schwul sei, gelogen habe. Das bereue ich bis heute. Nicht,
weil ich mich nicht in der Produktion geoutet habe – im Gegenteil: Mein schwuler Spielpartner war
das Gegenteil meines Beuteschemas und es wäre mir leichter gefallen, eine Frau zu küssen.
Sondern weil ich in dem Interview einfach hätte sagen sollen. „Darüber möchte ich nicht
sprechen.“ Das ist das Recht eines jeden Schauspielers, nicht über sein Privatleben zu sprechen.
Lustigerweise sagte mir der sehr etablierte und übrigens ebenfalls homosexuelle Caster der mich
für diese schwule Rolle vorschlug, er „würde niemals einen Schwulen für eine schwule Rolle
besetzen“. Nun, da hat er sich wohl selbst widersprochen. Ich bereue meine Lüge, weil ich
Grenzen hätte setzen können, weil ich ehrlich zu mir selbst gestanden wäre, weil ich noch mehr
jungen schwulen Männern und vor allem Kollegen ein Vorbild hätte sein können und weil ich gegen
Diskriminierung gehandelt hätte.

Und noch aus einem weiteren Grund hatte mein prominenter Klient Recht: Schauspieler müssen
bezüglich aller Geschlechterrollen versatil sein. Ich erinnere an die Mülltonne. Wenn ein
heterosexueller Mann keine Beziehung zu einem Mann spielen kann oder ein schwuler
Schauspieler keine Beziehung zu einer Frau – dann sind sie einfach schlechte Schauspieler! In der
Außenwirkung muss ein Schauspieler immer zugänglich wirken – für Männer wie für Frauen. Was
er privat für Vorlieben hat, ist seine Sache. Und ob er darüber sprechen will erst recht.

Nun ist die Außenwirkung ja mehr oder weniger intelligent steuerbar. Branchenintern ist das
komplizierter: Während uns entsprechende Caster*innen, Regisseur*innen, Redakteur*innen und
Produzent*innen – egal was sie zu uns sagen – immer hinter vorgehaltener Hand diskreditieren
oder diskriminieren können, passiert das am Set oder auf der Probebühne unmittelbar und
unvermittelt. Es kann uns egal sein, was über uns gesprochen wird, denn was zählt, ist die
Wirkung beim Publikum. Nicht egal darf uns allerdings jegliche Diskriminierung unter Kolleg*innen
sein – und sei sie noch so flapsig oder unterschwellig. Die müssen wir benennen, verurteilen und
unterbinden. Auch wenn sie uns dann als Spaßbremsen bezeichnen, Diskriminierung ist ein
Ausdruck von Macht und von Machtmissbrauch. Daher gilt die Regel: Nur Minderheiten dürfen
Witze über ihre Minderheit machen.

Ich schliesse mit dem Thema „bewusste Entscheidungen“ zum Outing oder nicht: In den Nuller-
Jahren habe ich noch keinem gewünscht, der erste Lemming zu sein. Heute ist das anders, das
Rad der Zeit dreht sich nach vorne. Aber wir wissen alle aus den Geschichtsbüchern, dass sich
das Rad auch zurückdrehen kann. Deswegen müssen wir es am Laufen halten. Jeder Einzelne
von uns auf seine Art. Ich wage es vorauszusagen: Der nächste prominente junge schwule
Schauspieler zwischen 20 und 40, der sich outet, wird deutsche Filmgeschichte – wenn er sehr gut
ist.

Macbeth beim Hamburger Theaterfestival 2019

Foto: Oliver Masucci und Catrin Striebeck

Macbeth beim Hamburger Theaterfestival 2019
Wenn Catrin Striebeck und Oliver Masucci Shakespeare´s Macbeth als 2-Personen-Stück
geben, dann reise ich auch extra zur Premiere nach Hamburg zu den Theaterfestspielen
an.

Der berüchtigte, ehemalige Wiener Burgtheater-Direktor und Regisseur des Stücks
Matthias Hartmann sorgte mit der Unterbrechung des Stücks, weil einer der beiden
Mikroports nicht funktionierte, für einen Eklat. Die beiden Schauspieler reagierten auf die
technische Panne souverän. Die Unterbrechung hatte ganz andere Gründe.
Dieser Fauxpas des Regisseurs verschob den Fokus der bundesweiten Kritik, statt sich
auf das Wesentliche zu konzentrieren: Die Kunst. Und aufgrund dieser Verschiebung und
den dilettantischen Kommentaren auf www.nachtkritik.de fühlte ich mich bewogen,
Stellung zu dieser Inszenierung zu beziehen:

Ja, das war „mitreißendes Schauspielertheater“ – und zwar von Anfang bis Ende.
Regisseur Hartmann ist ein eigenes Thema.

Mir ist seine berufliche Historie völlig egal – Fakt ist, dass sein kreativer Anteil an dieser
Produktion sehr gering war. Dank seines Egos wurde er selbst Opfer der Hybris des
Macbeth – er unterbrach seine Premiere, um selber auf der Bühne zu stehen. Grotesk.
Zum Wesentlichen: John von Düffel ist ein kongeniales Exzerpt von Macbeth gelungen.
„Virginia Macbeth“ trifft es sehr gut. Die Interaktion zwischen Striebeck und Masucci riss
niemals ab. Sie blieben jeden Moment dem dramaturgischen Bogen Shakespeares
entsprechend in ihrer Rolle. Es ist nur Ihrer Routiniertheit und Grösse zu verdanken, dass
sie nach Hartmanns Fauxpas innerhalb von Sekunden in ihr Spiel zurückfanden. Von
„Großschauspielereitelkeit“ keine Spur, denn sonst hätten sie zurecht aufgehört zu
spielen.

Ich bitte doch die Dramaturgie des Stückes von den Schauspielern zu unterscheiden – die
Macbeths sind nicht die Schauspieler! Sie stellen sie nur dar. Die „Hysterie“ und der
„gestische Aktionismus“ (Till Briegleb) entsprechen den erzählten Umstanden des Stückes
und sind niemals ungefüllt. Und natürlich ist das Stück am Anfang und nach dem Trauma
des ersten Mordes trotzdem „wenig dynamisch“ (Annette Stiekele) – denn auch die
Figuren müssen den Mord verarbeiten, bevor sie „hilflos“ von ihrem Wahnsinn
davongetragen werden. Man muss Hartmann seinen Instinkt lassen, den stückinternen
dramaturgischen Wendepunkt für seinen Auftritt gewählt zu haben: Denn natürlich wurde
das Stück danach „konzentrierter“, weil das dramaturgische Level der Krise den Konflikt
weiter konzentriert.

Alle Gänge, Haltungen, Bewegungen, Gesten und Sprechweisen (mit oder ohne
Mikroport) von Catrin Striebeck und Oliver Masucci waren schauspielerisch mehr als
korrekt. Das sind zwei grosse Schauspieler, auf deren Schultern die Verantwortung für
dieses Stück lastete und die sie mit Bravour gestemmt haben. Ihre „psychologische
Rollenarbeit“ war in jedem einzelnen Wort zu erkennen. Das war das Werk der
Schauspieler – dass Regisseur Hartmann gänzlich unreflektiert ist, hat er ja unter Beweis
gestellt. Es war bei ihrer Körperlichkeit eben kein „Sprechkonzert“. Es war eine sehr
„präzise Komplexität“ der beiden Schauspieler. Till Briegleb – was hätten Sie denn auf
einer fast leeren Bühne noch reduziert sehen wollen? Oder wollten Sie Grossaufnahmen
auf Videoleinwand?

Man kann die Macbeths sicher anders, aber nicht besser spielen.
Die Bühne von Volker Hintermeier erfüllte nicht nur den Sparzwang, sondern auch „das
schwierigste, was es im Theater gibt, nämlich die präzise reduzierte Komplexität“ (Till
Biegleb). Dass Zwischengänge und Bewegungen hinter der Bühne sichtbar waren, ist
wiederum Hartmanns Zeitmangel anzulasten. Die Kostüme von Malte Lübben waren
modern, klassisch und zeitlos zugleich wie Shakespeare selbst. Die Musik von Karsten
Riedel war nicht nur eine perfekte Ergänzung, sondern eröffnete den Blick in eine weitere
Dimension.

Kampnagel ist nicht das Old Vic, nicht das Thalia oder das Deutsche Theater. Diese
Produktion ist zu vergleichen mit Off-Broadway. Und es war der beste Shakespeare, den
ich je live gesehen habe. Inklusive des Macbeth-Fluches, der Hartmann nun vollends
vernichtete.

@Jette: Wenn Du eine komplette, klassische Fassung möchtest, kauf Dir eine
kommentierte Ausgabe oder eine DVD. Die sind auch billiger.

@Anna: Das war die Theaterform der Shakespearschen Bühne. Es war Absicht, dass Du
geblendet wirst und den Tod nicht siehst. Denk mal darüber nach, warum. Die Artikulation
von Masucci war immer perfekt und so gewollt – und ich bin schon schwerhörig.

@Maria: Dass die Striebeck leise Töne kann, wissen wir alle. Ihre Lady Macbeth war nicht
durchgeschrien, sondern der perfekte modus operandi einer Lady Macbeth. Hat das
hängende Kleid etwa Deine Sensationslust nicht befriedigt?

Macbeth
Nach William Shakespeare, Bearbeitung und Übersetzung: John von Düffel
Konzept und Regie: Matthias Hartmann,
Bühne: Volker Hintermeier,
Kostüme: Malte Lübben,
Musik: Karsten Riedel.
Mit: Catrin Striebeck, Oliver Masucci.

Premiere am 31. Mai 2019
Dauer: 1 Stunde 15 Minuten, keine Pause

Schauspiel und Coaching – der Text zu meinem Vortrag zum 36. Münchner Filmfest

SCHAUSPIEL UND COACHING. Das ist ein komplexesThema. Deswegen habe ich meinen Vortrag verschriftlicht. Jonathan Berlin nannte diesen Text ein „Manifest“. Und ja, vielleicht ist es das.

Mein Ziel war von Anfang an, dass Schauspielcoaching richtig verstanden wird. Dass eben auch und gerade sehr gute und sehr gut ausgebildete Schauspieler oder Schauspieler in Ausbildung mit einem Coach arbeiten können, dürfen und solltenIch möchte das Verständnis von Schauspielcoaching erneuernDafür werde ich auf die 7 typischen Fragen zum Coaching eingehen, die mir immer wieder gestellt werden.

Und es gibt kein besseres Beispiel für Schauspiel und Coaching als Jonathan Berlin. Ich arbeite mit ihm seit über 7 Jahren – am Anfang unserer gemeinsamen Arbeit war er erst 17 und bewarb sich auf Schauspielschulen. Kurz seine Biografie:

Jonathan Berlin wurde 1994 in Ulm geboren und wuchs in der schwäbischen Kleinstadt Günzburg auf. Er spielte seit seinem achten Lebensjahr Theater, spielte im Jungen Ensemble des Theaters Ulm und stand mit 15 er das erste Mal vor der Kamera.

Für die Hauptrolle in dem Kurzfilm JEAN (Regie: Alexander Jaschik) schickte ihn sein Agent zu mir zum Coaching. In dieser Arbeit lernten wir uns kennen und anschliessend folgte eine Nebenrolle in dem Kinofilm UND MORGEN MITTAG BIN ICH TOT (Regie: Frederik Steiner) neben Liv Lisa Fries.

Jonathan ging dann auf die Otto Falckenberg-Schauspielschule, die er 2016 erfolgreich abschloss. Während des Studiums spielter als Gast an den Münchner Kammerspielen und übernahm parallel erste größere Rollen für Film & Fernsehen wie etwa im ZDF- Dreiteiler TANNBACH (Regie: Alexander Dierbach) oder dem Kinofilm SCHNEEBLIND (Regie: Arto Sebastian). Für seine Hauptrolle in der Romanverfilmung DIE FREIBADCLIQUE unter der Regie von Friedemann Fromm gewinnt Jonathan 2018 den New Faces Award als Bester Nachwuchsdarsteller und ist für den Deutschen Schauspielpreis 2018 nominiert. Auf dem Filmfest München lief Jonathan mit einer Hauptrolle in Thomas Stubers Romanverfilmung KRUSO – KRUSO läuft im Herbst auf der ARD.

Bevor der Hauptteil losgeht, möchte ich noch ein paar Sachen klären:

Ein Coach muss STRUKTUR geben und ein KONZEPT haben. Genauso wie es der Regisseur und der Schauspieler haben sollte. Sonst verliert man den roten Faden und kommt vom Hundertsten in Tausendste. Auch ein wichtiger Vorteil von Coaching – den Faden in der Vorbereitung nicht zu verlieren.

Ich muss vorab sagen, dass ich politisch inkorrektes Gendering verwende. Ich sage immer „der Schauspieler“. Ich verwende dies abstrakt und geschlechtsunabhängig. Ich meine damit auch SchauspielerINNEN.

Dies ist nun ein langer Text, aber manches braucht eben seine Zeit – Coaching auch. Und Zeit ist im Film durch nichts zu ersetzen, ausser durch Zeit.

Coaching ist IMMER
Method Acting. Method Acting ist ein Kunstwort.„Method Acting“ heisst übersetzt METHODISCHES SCHAUSPIEL. Das ist, was ich mache. Das ist, was ALLE Schauspieler machen: METHODISCHES SCHAUSPIEL. Denn jeder Schauspieler hat gewollt oder ungewollt seine Methode, seine Art, sich vorzubereiten.

Es war der Russe Konstantin Sergejewitsch Stanislawski, der als historisch Erster alle Schauspieltechniken dokumentierte. Seit Stanislawskis Wissenschaft 1923 in die USA kam, ist es immer wieder dasselbe: Überall tauchen dieselben Methoden auf – nur mit anderen Namen, anderen Schwerpunkten, anderen Begriffen. Es gibt nun einmal nur eine gewisse Anzahl an grundsätzlichen Schauspielmethoden. Der Rest sind Variationen oder Kombinationen davon und eben nicht die Technik „Method Acting“.

Konstantin Sergejewitsch Stanislavski

 Es ist ein ständiger Kreis und gegenseitige Inspiration zwischen Schauspielern, Coaches und Koryphäen in der Geschichte deSchauspiels und der Schauspieltechnik. Ein Coach sollte allerdings die Techniken, die er weitergibt, auch verinnerlicht haben.

Welche Methode Du für Dich findest und anwendest ist letztlich Deine Entscheidung – oder sie wird von Deinem Coach oder Regisseur oder Kollegen für Dich getroffen. Aber wer will sich das schon aus der Hand nehmen lassen?

Jetzt geht’s los: Das sind die 7 typischen Fragen zum Thema Coaching:

1. Wenn ich ein Coaching mache, was erwartet mich dann?
2. Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Profiling?
3. Stimmen die Vorurteile darüber, wer Coaching nötig hat?
4. Welche Rolle nimmt der Coach gegenüber dem Schauspieler ein?
5. Wie arbeitet ein Coach?
6. Welche Methoden verwendet ein Coach?
7. Welcher Coach ist der richtige für MICH?

1. Wenn ich ein Coaching mache, was erwartet mich dann?

Ich arbeite zu 80% über Gespräche. ICoaching wird bei mir nicht geschauspielt, sondern höchstens angespielt. Ich höre am Klang der Stimme, ob Du auf der Rolle bist. Ich bin kein Regisseur, ich probe die Szenen nicht. Wir proben höchstens die Figur. Für gemeinsames Ausprobieren, für Körperarbeit gehen wir ins Schauspielstudio oder wir arbeiten vor Ort an bestimmten Haltungen. Wir bauen die Rolle zusammen auf, aber Du musst sie dann selber füllen und für Dich selber ausprobieren. Denn ich bin kein SetcoachIch will den Klienten auch nicht auf mein Feedback konditionieren. Am Set ist der Schauspieler höchstens auf das Feedback des Regisseurs angewiesen und nicht mal unbedingt das, denn oft geben Regisseure kein Feedback (was -wenn man das weiss- ok ist).

Dame Sybil Thorndike

Der Schauspieler muss die Rolle verinnerlicht haben. Letztlich weiss nur der Schauspieler selbst, ob er der Rolle gerecht wurde oder nicht. Aber keine Sorge, jeder ernsthafte Künstler weiss:
Schauspiel ist die schwierigste Kunstform, um Perfektion zu erreichen“
(Dame Sybil Thorndike, britische Theaterlegende). 

Elia Kazan

Die Basis ist also das GESPRÄCH. Als Vorbild sehe ich den griechischstämmigen, amerikanischen Film- und Theaterregisseur Elia Kazan. Er gilt als einer der angesehensten und erfolgreichsten Regisseure seiner Generation. Er lieferte bahnbrechende Theaterinszenierungen am Broadway. Seine Filme zählen zur Filmgeschichte: JENSEITS VON EDEN mit James Dean, ENDSTATION SEHNSUCHT oder DIE FAUST IM NACKEN mit Marlon Brando.

Wie hat er damals mit dem relativ unbeleckten JAMES DEAN seine erste grosse Filmrolle gearbeitet? Sie gingen zusammen spazieren und haben geredet. KAZAN gilt auch grossartiger Manipulator seiner Schauspieler am Set. Und Manipulation ist spätestens seit Ivana Chubbbuck kein böses Wort mehr. Es ist Teil unseres Handwerks. So wie Manipulation im alltäglichen Leben fester Bestandteil aller Menschen ist – sonst gäbe es nur noch mehr Tote und Verletzte.

Die Frage bei einem Coaching-Termin ist vielmehr:
Warum kommst Du zu einem Coach?
Geht es um
GRUNDSATZARBEIT oder KONKRETE ARBEIT?

KONKRETE ARBEIT:
– Castingvorbereitung
– Rollenarbeit für Dreharbeiten

GRUNDSATZARBEIT:
– Was läuft bei mir falsch? Warum drehe ich nicht?
– Neue Schauspielmethode
– Public Persona, Imaging, Profiling

2. Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Profiling?

Als erstes zum Coaching in der KONKRETEN ARBEIT:

Ein Coach analysiert und präzisiert eine Rolle/eine Szene zusammen mit dem Schauspieler. Damit der Schauspieler zum absloluten Fachmann bezüglich seiner Rolle wird.
Wann reagiert deine Rolle wie und vor allem warum?

Die STRUKTUR ist Schritt Nummer eins.
Dann ist es wichtig, ein
Drehbuch und ALLE Szenen zu strukturieren.
Simpel gesagt gibt es ANFANG-MITTE-ENDE. Etwas feiner ausgedrückt bestehen alle Geschichten, Bücher und Szenen aus 5 Akten.
Susan Batson nannte sie die „5C´s“:

1. Circumstances
2. Conflict
3. Crisis
4. Climax
5. Conclusion

Die einzelnen C´s können je nach Inszenierung auch off-Screen stattfinden.

Dann werden die 5 AKTE oder 5C´s in BEATS, also in TAKTE eingeteilt. Das nennen wir BEATEN. Und dann wird jeder Satz Satz für Satz durchgegangen:
Wann reagiert deine Rolle wie und vor allem warum?
Das heisst, es werden gemeinsam Akzente gesetzt, Spiel-Entscheidungen getroffen und die Abrufbarkeit und Reproduktion sicher gestellt.

An alle Regisseure und Caster: Das heisst nicht, dass ein Schauspieler einen fixen Plan bekommt – im Gegenteil, er muss FLEXIBEL bleiben und seine Rolle modulieren können, um aus dem Moment und aus den Umständen heraus agieren und auf den Partner reagieren zu können.

Die Arbeit für Castingvorbereitung oder Rollenarbeit für Dreharbeiten ist im Kern immer dieselbenur ist eine Hauptrolle natürlich mehr Stoff und muss noch tiefer gearbeitet werden als ein Casting. Ein Casting nenne ich eine Skizze, eine Filmrolle ein Ölbild.

Kommen wir nun zu Coaching in der grundsätzlichen Arbeit – also wenn die Karriere nicht läuft, man in einer Krise ist oder sich einfach neu orientieren möchte:

Als Erstes kommt die ANAMNESE:
Wo steht der Schauspieler ausbildungstechnisch, beruflich, emotional?
Welches Fach belegt er oder welches Fach wäre geeigneter?

Benötigtes Fachvokabular wird geklärt – was ist Need, Action, Objective, Tragic Flaw und so weiter..

Dann gilt es, das Instrument des Schauspielers in Balance zu bringen. Dafür gibt es 6 wichtige Bereiche, die bei jedem unterschiedlich stark im Fokus stehen:

PHYSIS

Die Essenz des Schauspielers muss er durch seine Physis unterstützen. Was nicht heisst, dass Schauspieler manisch auf ihr Äusseres auf Kosten ihres Innenlebens achten sollen! Die Mädels hungern sich runter und rauchen nur noch statt zu essen und als Mann muss man ja jetzt mindestens einen Waschbrettbauch haben. Aber vor lauter Askese oder Fitnesswahn verlieren die Schauspieler den Kontakt zu ihrem Inneren. Das Feuer ist weg. Das darf nicht passieren.

BILDUNG

Ein Schaupieler muss lesen, sich in den Künsten, Malerei, Literatur oder Musik auskennen und gesellschaftlich und politisch informiert sein. Weil er dadurch die Vergangenheit und die Gegenwart besser versteht. Das wird oft als intellektuelle Extravaganz bezeichnet. Aber wir sind Künstler! Durch Bildung treffen wir cleverere, tiefere und intelligentere Entscheidungen für eine Rolle. Das verbessert auch die

IMAGINATION

Wir müssen die VORSTELLUNGSKRAFT trainieren. Durch Rückbesinnen auf eigene Erfahrungen und gleichzeitiger Erweiterung des eigenen Horizontes durch Bildung kann man sehr viel besser EIGENE BILDER in der Vorstellung entstehen lassen. Und das ist wichtig, denn ein Schauspieler sieht am Set vor allem das Filmteam vor sich. Aber der Regisseur und die Zuschauer müssen BILDER in den Augen des Schauspielers sehen.

EMOTIONALE FLEXIBILITÄT

Dafür muss man sich erstmal seiner eigenen Gefühle bewusst werden. Oft ist da erstmal viel Frust und TraurigkeitDie muss man los werden und sich von der Seele reden. Erst dann hat man Zugang zu tieferen GefühlenDenn hinter jedem Gefühl verbirgt sich ein anderes Gefühl. Wenn man sich dieser vielen und auch tieferen Gefühle bewusst wird –sei es durch Gespräche oder durch Training im Studio oder bei Workshopsdann begreift man, dass die Basis für alle Gefühle Gedanken sind. Dann hat man begriffen, dass man seine Gefühle als Schauspieler durch Gedanken steuern kann. Und dann trainiert man, diese Gefühle in der Praxis auszudrücken.

AUFMERKSAMKEIT

Schauspieler sind sehr sensible Menschen – sie müssen Gerüche, Geschmäcke, Klänge, emotionale Stimmungen und die Stimmung der Umgebung deutlicher wahrnehmen als normale Menschen. Und sie müssen sie nicht nur deutlicher wahrnehmen, sondern sie müssen sie auch noch abspeichern, um sie vor der Kamera reproduzieren zu könnenDeswegen heisst Coaching auch, die Sinne eines Schauspielers zu schärfen und sie zu fokussieren.

EMPATHIE

Mit Empathie meine ich nicht politisch korrektes Verhalten von Schauspielern– im Gegenteil: Sie müssen Empathie für ihre Rolle haben! Auch wenn es ein Mörder ist.

Christoph Waltz

Christoph Waltz wurde einmal gefragt, wie es denn sei, einen Mörder zu spielen und wie er sich darauf vorbereitet. Und er meinte „ICH LESE DAS DREHBUCH. ICH MUSS KEIN MÖRDER SEIN UM EINEN MÖRDER ZU SPIELEN.“

Der Schauspieler ist der ANWALT seineRolle. Er muss die Rolle verstehen und lieben, bis in kleinste und sogar bis in intime DetailsSchliesslich schenkt  der Schauspieler seinen Körper der Rolle. Die Empathie eines Schauspielers für seine Rolle muss grenzenlos sein – er weiss aber auch, was seine Rolle NICHT tut. Das ist nicht zu verwechseln damit, was der Schauspieler nicht tun möchteAlso keine Entschuldigungen für EGOS und DIVAS!

Der Schauspieler hat nicht nur Mitgefühl, sondern auch VERANTWORTUNG für seine RolleDas macht ihm sein Coach bewusst und präzisiert die Rolle.

So, wir sind immernoch beiCoaching in der Grundsatzarbeit.

Oft liegt es am nicht aussagekräftigen Material des Schauspielers, dass er nicht dreht. Er wird schlichtweg nicht richtig gesehen, weil er sich nicht richtig zeigt! Wenn man ein Problem mit sich Ausstellen hat, sollte man einen anderen Beruf ergreifenEs geht darum, dass die Essenz eines Schauspielers sichtbar wird.
Was unterscheidet Dich von den anderen? Was macht Dich besonders?
Diese Besonderheit kann man nur durch Selbst-Bewusstsein erreichen.Und Selbst-Bewusstsein erreicht man nur durch Erfahrung und Arbeit. Coaching ist Arbeit an Deinem Selbst-Bewusstsein.
Wenn Du ein unbelecktes Pflänzchen bist, dann sei ein unbelecktes Pflänzchen! Aber selbst die jüngsten Pflanzen unterscheiden sich voneinander. Wenn Du schon sehr viele Erfahrungen gemacht hast, dann bist Du eine Schatzkiste. Wir holen zusammen die Juwelen aus de Schatzkiste.

Imaging und Profiling ist ein wichtiger Teil der grundsätzlichen Coachingarbeit. Wenn ein schlecht aufgestellter Schauspieler zu mir kommt, dann machen wir die Anamnese und finden seine Essenz heraus. Wir finden den richtigen Fotografen für Schauspielerbilderwir erstellen mindestens eine Demoszene, dann sprechen wir über die richtige Agentur und die für ihn relevanten Caster. Und dann heisst es: AbwartenGeduld ist hart, aber wahnsinnig wichtig. Am Set wartet man ja auch die meiste Zeit. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

Zum Profiling in der grundsätzlichen Coachingarbeit

Wie für alle Künstler – Maler, Sänger, Schriftsteller – ist viel harte Arbeit, ständiges Weiterentwickeln, besser und klarer werden unablässlich. Aber für jeden Künstler jeder Kunstform ist die Vernetzung, das Marketing überlebenswichtig.

Mit Profiling meine ich nicht die polizeiliche Beweisführung oder Täterbeschreibung, sondern eine zur Arbeitsvermittlung nutzbare Erstellung des Gesamtbildes Deiner Persönlichkeit, Deine PUBLIC PERSONA. Ein Schauspieler ist automatisch – ob er will oder nicht – eine öffentliche Persönlichkeit. Ich meine nicht automatisch ein Promisondern eine der Öffentlichkeit zur Disposition gestellte Persönlichkeit.

Um sich selber zu schützen, muss der Schauspieler eine PUBLIC PERSONA entwickeln. Aber eben auch um Rollen zu bekommen. Klingt kompliziert, aber wenn ich ein paar Namen sage, versteht ihr mich: Matthias Schweighöfer, Florian David Fitz, Jessica Schwarz, Iris Berben, Hannelore Elsner… Ihr habt sofort ein Bild vor Augen! Ihre PUBLIC PERSONA.

Nicht jeder Mensch hat es verdient, Dein wahres Ich zu kennen. Lass sie ruhig denjenigen kritisieren, von dem sie denken, dass das Du seist.

Dafür ist die Public Persona da. Caster, Redakteure, Produzenten oder Regisseure sollen Deine Public Persona im Kopf haben. Sie sollen ein klares Bild von Dir haben, um an Dich zu denken.

Es ist naiv zu glauben, als Schauspieler solle man nur man selbst sein.
In Wahrheit geht jeder professionelle Schauspieler – ob bewusst oder unbewusst –
mit
3 verschiedenen Persönlichkeiten ans Set:

– in der Rolle vor die Kamera
– als Public Persona zum Team
– und privat – das hat man immer dabei, geht aber niemand was an

Die Public Persona wird im Profiling entwickelt. Für alle Schauspielerbilder, für Facebook, Instagram, Branchen-Veranstaltungen und für berufliche oder öffentliche Termine.

Nicole Kidman

Als Beispiel: Was viele nicht wissen istdass Nicole Kidman es hasste, auf rotenTeppichen zu sein. Und deswegen haben Susan Batson und sie einPublic Persona entwickelt. Und zwar über ICON-Arbeit. Nicole machte ab dann immer MARYLIN MONROE auf dem roten Teppich. Sie konnte es bald geniessen, auf roten Teppichen zu sein fühlte sich durch die Public Persona geschützt.

Aber Vorsicht! Man merkt, wenn Profiling schlampig gemacht wurde oder wenn einem der Schauspieler etwas vorspielt! Ich hasse es, wenn Schauspieler einem etwas vorspielen und man merkt, dassie das nicht wirklich sindDa fühlt man sich verarscht!

Man merkt die Absicht und man wird verstimmt“ (aus Goethes TORQUATO TASSO)

Das gilt fürs Profiling genauso wie fürs Schauspielcoaching. Wenn ich im Spiel die Absicht spüre, bin ich verstimmt Das beste Coaching und Profiling ist das, das man nicht merkt.

Zusammenfassend: Der Unterschied zwischen Profiling und Coaching ist:
Profiling ist für die Public Persona, das äussere Bild,
und Coaching für die inhaltliche, künstlerische Arbeit.

3. Stimmen die Vorurteile darüber, wer Coaching nötig hat?

1. Coaching ist nur für Schauspieler, die keine Ausbildung haben
Nein, denn ich bin kein Schauspiellehrer und ich arbeite fast nur mit Schauspielern, die eine Ausbildung haben oder gerade in Ausbildung sind.

2. Coaching ist nur für Schauspieler, die schlecht sind
Nein, denn alleine DASS sie sich einen Coach suchen, heisst, dass sie gute Schauspieler sind. Weil sie sich und ihre Arbeit ernst nehmen und eben mutig genug sind, ihre Arbeit vor einem Coach zur Disposition zu stellen.

3. Coaching ist nur für schwache Persönlichkeiten
Nein, denn im Coaching geht es ja genau darum, DASS sie ihre Schwäche zur Stärke machen. Und für diese Entscheidung muss man sehr mutig sein. Schauspieler müssen oft schmerzhaft lernen, dass Ihre private Schwäche nicht interessiert. Die interessiert keine Sau! Und wenn jemand nur an Deiner Schwäche interessiert ist, heisst es aufpassen! Ziel des Schauspielcoachings ist es, diese private Schwäche zu einem Teil der Rolle machen. Und die Rolle stellt diese Schwäche bewusst aus oder versteckt sie bewusst.

Mit einem Augenzwinkern: Ein Schauspieler, der zu einem Coach geht, ist nicht schwach. Denn er hat unterbewusst die Überzeugung, dass er eigentlich ein verdammt guter Schauspieler ist. Er weiss nur nicht, wie er es zeigen soll. Und dabei hilft ihm ein Coach, damit der Schauspieler sich traut, seine Grösse zu zeigen.

5. Coaching stört die Arbeit des Regisseurs
Ja, aber nur die Arbeit eines schlechten Coaches! Ein guter Coach gibt dem Schauspieler ein Fundament mit, mit dem er den Regisseur überrascht und interessiert. Dann geht die Arbeit des Regisseurs los. Der Schauspieler wird quasi aus der Hand des Coaches in die Hand des Regisseurs gegeben.

Was auch nicht ganz korrekt ist, denn zwischen den „Händen“ des Coaches und des Regisseurs steht der Schauspieler selbst, der die Coachingarbeit verinnerlicht und trainiert.
Ich habe mit einem grossartigen Regisseur beim Crew Call lange über Coaching und Regie gesprochen und wir sind zu dem Ergebnis gekommen: MACH DU DEINEN JOB, ICH MACH MEINEN“ Coaching und Regie haben also eine klare Arbeitsteilung. Meiner Erfahrung nach haben bis heute ALLE Regisseure unsere Angebote dankbar angenommen.

4. Welche Rolle nimmt der Coach gegenüber dem Schauspieler ein?

Zu allerserst ist ein Coach ein Reflektor. Damit sich der Schauspieler selber sieht.

Dann ist der Coach ist eine Vetrauensperson. Du machst Dich im übertragenen Sinne nackt bei ihm und offenbarst ihm alle Deine Schwächen und Zweifel. Das muss in einem geschützten Rahmen passieren, bei absoluter DISKRETION.

Aber der Coach ist weder Agent, noch Caster, noch Redakteur, noch bester Freund, noch Therapeuth, noch Partner, weder Papa noch Mama.

Er ist übrigens auch kein GURU. Was bringt Dir ein Guru? Nichts, denn er steht Dir nicht zur Seite! Ein Guru hat visionäre Techniken, ist ein Gelehrter der Kunst mit wahnsinnig viel Erfahrung. Studiere seine Vison und seine Technik. Eoder sie sitzten in LA oder New York, aber Du brauchst ein physisches Gegenüber. Jemand, der für Dich erreichbar ist – vor, nach und während des Drehs. Was meint Ihr wie oft ich täglich Whatsapps oder Anrufe von meinen Klienten für Detailfragen bekomme? Das ist ok, das ist Teil des Coachings. Für meine festen Klienten bin ich 24/7 erreichbar.

Ein Coach ist also ein MentorJemand, der mental neben Dir ist, den Du mental verinnerlicht hast. Oder eben auch direkt kontaktieren kannst. Ein Coach ersetzt nicht Dein Denken. Er ist nur bei wichtigen Fragen Dein Berater, Dein Lernbegleiter, der Visionär Deines PotentialsDer an Dich glaubt, wenn Du oder andere zweifeln.

Ein Coach gibt Dir die Leitersprossen zur Erfüllung Deines Potentials.
Ob Du dann die Leitersprossen gehst, ist Deine Entscheidung.

5. Wie arbeitet ein Coach?

– 1:1 Gespräche
– gemeinsame Textanalyse
– 1:1 Proben im Studio
– Workshops,
bei dem in der Gruppe Methoden und emotionale Flexibilität trainiert werden
– Kameraarbeit:
– – on camera-Workshops
– – Erstellung von Material/Szenen im Workshop
– – E-Castingszenen (ein Schauspieler erstellt on his own E-Castingsszenen und schickt sie mir zur Ansicht und Auswertung)
– Analyse von gesendetem Material
REFLEXION, der Coach analysiert zusammen mit dem Klienten nachträglich ihre Arbeit

Ich persönlich halte die Gesprächsarbeit für am Wichtigsten. Weil ich zusammen mit dem Klienten die Rolle erschaffe und alles über das Bewusstsein geht.  Wir erschaffen gemeinsam die Figur und irgendwann hebt sie ab und fliegt.

6. Welche Methoden verwendet ein Coach?

Uta Hagen

Da muss man erstmal eine Grundsache klären:
Willst Du präsentierend und repräsentierend spielen?

Uta Hagen definierte das 1973 so:
Formalisiertes, rein äußeres Spiel (repräsentierend) tendiert dazu, den Moden zu folgen“.
Momentan ist es „in“, somanmbul zu spielen, underplay bis gar nichts mehr da ist, oder nur laut und „Hey hey hey ich bin ein Proll!“ oder „Pssssst, ich spreche so wahnsinnig leise und undeutlich, weil ich dann interessant rüberkomme!“
„Inneres Spiel (präsentierend) ignoriert die Moden und kann folglich so zeitlos wie die menschliche Erfahrung selbst sein“
Ich arbeite nur präsentierend, denn „Ich kann nur etwas lehren, an das ich glaube“ (Uta Hagen) Sein oder nicht sein. Entweder man IST die Rolle oder man stellt sie dekorierend dar.

Die zweite Grundsatzentscheidung ist keine Entscheidung sondern eine Gleisweiche, die bei jedem Schauspieler anders sein kann:


VON 
INNEN NACH AUSSEN

VON AUSSEN NACH INNEN

KOMBINATION der beiden

 

Von Innen nach aussen:

Von der PSYCHE zur PHYSIS

Im Mittelpunkt steht die IDENTITÄT DES SCHAUSPIELERS und dessen absolute VERSCHMELZUNG mit der Rolle. Es geht um die PERSÖNLICHE BIOGRAFIE des Schauspielers, seine ERINNERUNGEN und seine damit verknüpften GEFÜHLE, die er der ROLLE GIBT. Das ist eine sehr GEBENDE Einstellung.

Vertreter von VON INNEN NACH AUSSEN:

der frühe Konstantin Stanislavski
Lee Strasberg
Susan Batson
Ivana Chubbuck

 

 

Von Aussen nach Innen:

VORSTELLUNGSKRAFT – die Qualität der Vorstellungskraft entscheidet über Authenzität GEGEBENE UMSTÄNDE – der Ort sagt Dir, wie Du spielen musst
PHYSISCHE AKTIONEN – Acting is action, action is doing.

Basis ist auch hier die TEXTANALYSE SOZIOÖKOMOMISCHE UMSTÄNDE
Definiere die Rolle über den Umgang mit REQUISITEN, KOSTÜM und MASKE
KÖRPERLICHE HALTUNG
das führt Dich über die Figur letztendlich zu Dir selbst 

Vertreter von VON AUSSEN NACH INNEN:

Francois Delsarte (Delsartismus nennt sich eine Vielzahl von bewegungspädagogischen Schulen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Abkehr vom Ständeverhalten hin zum Neuhumanismus anstrebten)
Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold (Biomechanik, antirealistische Bühnenkunst)
der späte Konstantin Stanislavski
Stella Adler
Sanford Meisner

Bekanntestes Beispiel: MARLON BRANDO, er war Schüler von STELLA ADLER. Er war sehr viel intelektueller als viele denken. Er sah in allen Rollen anders aus und war doch immer Marlon. Vergleiche seine Rollen in ENDSTATION SEHNSUCHT, DIE FAUST IM NACKEN, DER PATE, DER LETZTE TANGO VON PARIS, APOCALYPSE NOW..

Deswegen ist mein Logo übrigens auch wtf would Marlon do? Marlon Brando ist DAS Jahrhunderttalent. Allerdings wäre er meiner Meinung nach nicht so berühmt geworden, hätte JAMES DEAN länger gelebt.

Die KOMBINATION von beidem:

Das i-Tüpfelchen, vor allem aber die Realität des Schauspiels ist eine KOMBINATION von „Von Innen nach Aussen“ und von „Von Aussen nach Innen“. Jeder Schauspieler und jeder Coach braucht einen STEIGBÜGEL, „einen Zipel, an dem er das Leben und die Kunst packt“. Das war frei nach Goethe und ist im übertragenen Sinne gemeint! Irgendwo muss man eben anfangen. Beim INNEN oder beim AUSSEN. Und man fängt intuitiv dort an, wo es am leichtesten fällt. Und dann kombiniert man. Damit spart man sich viel Zeit und Arbeit. Denn die eine Herangehensweise ist in manchen Bereichen einfacher und direkter als die andere. Wir sind frei und machen, was wir wollen. Und nur das, was funktioniert, zählt.

Als Schauspieler hat man eine Methode verinnerlicht oder man wurde mit einer Methode ausgebildet. Als guter Coach muss ich natürlich VERSATIL sein und beides kennen und können, denn jeder Klient ist anders.

Die 7. und wichtigste typische Frage: Welcher Coach ist der richtige für MICH?

In erster Linie hat man einen Coach, um in eine Rolle reinzukommen.
Nun sucht man
dafür eine Vetrauensperson und das ist wie bei einer Beziehung oder einem Therapeuth: Die Chemie ist extrem wichtig.
Den akzeptiere ich, dem vertraue ich, von dem lassich mich führen, mit dem kann ich in den Konflikt gehen, bei dem fühle ich mich wohl. Will ich einen Mann oder Frau? Eher alt oder eher jung?

Entscheidend ist die Substanz eines Coaches ein Therapeut hat Psychologie oder Psychatrie studiert und auch ein Schauspielcoach sollte Schauspiel und Schauspieltechniken studiert haben. Nachdem „Coach“ wie „Schauspieler“ kein geschützter Beruf ist, muss ein Coach natürlich keinen akademischen Abschluss haben. Aber wie bei einer parethätischen Prüfung der ZAV sollte er genug Erfahrung und Wissen über Schauspiel vorweisen können.

Er sollte selber gepielt haben. Weil ein Coach wissen muss, wie es ist, in einer Rolle zu stecken und auf der Bühne oder vor der Kamera zu stehen. UND er muss an einem Punkt sein, wo er sich selber nicht primär als Schauspieler sieht. Warum? Wenn er selber noch Schauspieler ist, fehlt ihm die Distanz zur Rolle, weil er sich immernoch selber als Schauspieler einbringen will.

„Coach“ sollte nicht sein Nebenberuf sein, sonst kann er nicht tief genug einsteigen. Mit genug Wissen“ meine ich auch eine gewisse Bandbreite an Wissen. Natürlich gibt es Spezialisten für gewisse Methoden oder Gurus. Die nur Chubbuck“ oder nur Batson“ oder nur Strasberg“ odernur Checkov“ oder „nur Meisner“ machen. Aber das finde ich persönlich eindimensional. Ein Coach sollte eben VERSATIL sein. Wenn Du Deine eine ultimative Technik gefunden hat, dann macht ein Spezialist Sinn. Es fragt sich nur, wie lang.

Es gibt einen Kern, eine Schnittmenge aller Schauspieltechniken. Ja, egibt fixe Parameter um zu benennen, was „gutes“ Schauspiel ausmacht. Die Beurteilung von Schauspiel ist nicht so vage, wie es viele Leute abseits der Kamera oder Bühne machen – Kritiker, Caster, Redakteure, Zuschauer..

Testet den Coach, was ER gutes Schauspiel“ findet. Stimmt Ihr überein?
Testet, wie gut er es benennen und differenzieren kann und was er für Möglichkeiten kennt, um dorthin, zu „gutem Schauspiel“, zu kommen.

Wenn der Coach diesen Test“ besteht, dann hat er einsolide Basis und wenn Ihr ihn auch noch sympathisch findet, dann arbeitet mit ihm oder ihr. Probiert es aus!
Es kann sein, dass ihr 3 verschiedene Coaches ausprobieren müsstbis ihr an den kommt, despeziell für Euch der Richtige ist.
1 guter Coach ist besser als keiner,
1 schlechter Coach ist schlimmer als keiner.

Julia Koschitz mit Wotan Wilke Möhring in AM RUDER (Regie: Stephan Wagner)

Meine Klientin Julia Koschitz arbeitet mit unterschiedlichen Coaches an unterschiedlichen RollenHauptsache NICHT GLEICHZEITIG! Denn zu viele Köche verderben den Brei. Zu mir kam sie immer mit dramatischen Rollen. Für unsere Arbeit hat sie immer Preise oder Nominierungen erhalten.

Weitere Kriterien und quasi der Fragebogen für Deinen passenden Coach:

– Schaut auf seine Referenzen oder bisherigen Tätigkeiten
– Hat er eineigene Technik entwickelt? Ist die gut?
– Recherchiert er gut?
Publiziert er? Wenn ja, was?
– Ist er gut vernetztDamit meine ich nicht, dass er Jobs vermittelt. Er ist kein Agent, kein Caster, kein Produzent und kein Redakteur. Ich finde diese Ämterhäufung auch absolut unseriös und verdächtig – denn dann geht es dem Coach nur um MACHT. Nicht um Dich.
– DISKRETION ist ein absolutes MUST-HAVE!! Alle privaten Geheimnisse, intimen Details oder Verletzugen müssen unter Euch bleiben!
– Ein guter Coach kostet Geld. Ein guter Coach ist es auch wertweil er den Karriereverlauf maßgeblich verbessern kann – KANN. Es gehören 2 dazuDeine Umsetzung zählt. Wenn das funktioniert, dann sind die Coachingkosten sehr schnell wieder reingespielt. Man braucht aber auch ein wenig Geduld und finanziell einen mittellangen Atem. Wer Schauspiel nur macht, um Geld zu verdienen, hat eh ein Problem. Wer Schauspiel macht ohne Geld zu verdienen auch. Eile mit Weile. Zeit ist durch nichts zu ersetzen als durch Zeit. Jeder hat eine andere Geschwindigkeit. Es dauert, bis Dein System das Coaching verinnerlicht hat und umsetztSchnellschüsse gehen meist daneben und sind nicht sehr nachhaltig.
– Stellt die Persönlichkeit des Coaches in Frage: Hat er sein eigenes Leben im Griff oder proijeziert er nur seine Neurosen, seine Defizite oder seine Needs also seine unbewussten, unerfüllten Bedürnisse – auf Dich?
Geht es ihm mehr um sich oder mehr um Dich? Ist er wirklich bei Dir?
– Sieht er Dich mit einem
liebevollen BlickLiebt er Dich? Im übertragenen Sinne! Wenn er sich in Dich oder Du Dich in ihn ernsthaft verliebst – sofort die Arbeit abbrechen! Das ist EMOTIONALER MISSBRAUCH! Geht überhaupt nicht. Und körperlicher Missbrauch erst Recht nicht. Aber er muss Dich mit eineliebevollen Blick sehen. Und genauso musst Du Deinen Coach sehen wollen.
– Hält er
professionellen Abstand?
– Zusammenfassend ist
es eigentlich ganz einfach: Fühlst Du Dich wohl bei ihm?

 

Abschliessen möchte ich meinen Vortrag mit einem Goethe-Zitat – ich bin einfach Goethe-Fan. Und dieses Zitat fasst meine ganze Vorrede und die ganze Veranstaltung zusammen:

Ist Method Acting die beste Schauspieltechnik?

Ällabätsch!! Es gibt so etwas wie „Method Acting“ gar nicht! Sagt zumindest Susan Batson. „Method Acting ist nur ein Kunstwort“ steht bei Wikipedia. Also ist Method Acting nur das Label von Lee Strasberg? Seine Feindin Stella Adler -die Coach von Marlon Brando (der oben mit Turban) war- sagte zu selbsternannten Method-Schauspielern: „Verschwinden sie von hier. So was will ich hier nicht. Das ist mir zu dekadent.“

Aber jetzt mal Butter bei die Fische:

Der Russe Konstantin Sergejewitsch Stanislawski (1863 – 1938) war es, der als historisch Erster Schauspieltechniken dokumentierte. Den früheren Teil dieser Dokumentation hat Strasberg auszugsweise einfach kopiert. Stella Adler hingegen orientierte sich an Stanislawskis Spätwerk. Stanislawski untersuchte sein Leben lang alle bestehenden Schauspieltechniken und erforschte neue. Er bezog sich auf „acting method“ – Englisch für „Schauspielmethode“. Also ist „Method Acting“ nur ein auf englisch übersetzter Wortdreher einer russischen Wissenschaft. Das nenne ich gutes Marketing! Genauso wie ich der „Cubbuck Technique“ gutes Marketing unterstelle. Denn seit Stanislawski´s Wissenschaft 1923 in die USA kam, ist es immer wieder dasselbe:

Immer wieder tauchen dieselben Methoden auf – nur mit anderen Namen, anderen Schwerpunkten, anderen Begriffen. Es gibt nun einmal nur eine gewisse Anzahl an grundsätzlichen Schauspielmethoden. Der Rest sind Variationen davon und eben nicht die Technik „Method Acting“. Welche Methode Du für Dich findest und anwendest ist letztlich Deine Entscheidung – oder sie wird von Deinem Coach oder Regisseur oder Kollegen für Dich getroffen – wobei man sich jetzt auch mal fragen darf: „Will ich denn, dass andere die Entscheidung für mich treffen, wie ich Schauspiel auszuführen habe?

In West-Deutschland war nach dem II. Weltkrieg alle Theater- und Filmkunst entweder abgewandert, ermordet oder schwer mißbraucht worden. Denn alleine, dass Schauspieler und Künstler im Dritten Reich in Deutschland überlebten, war fragwürdig – siehe Gustaf Gründgens. Also wurde alles auf Null gesetzt. Kunst und Schauspielkunst musste in Deutschland neu erfunden werden, um ja nichts mehr mit den Nazis zu tun zu haben. Das scheinbar amerikanische Method Acting war in West-Deutschland der einzige Schlüssel zu bewährten, seit Generationen überlieferten Schauspielmethoden. Der Osten war ja wegen der Kommunisten verpönt. Ost-Deutschland hingegen hatte ja mit Professor Dieter Hoffmeier an der Ernst Busch-Schauspielschule eine international anerkannte Koryphäe russischer Theater-Tradition und den grössten Stanislawski-Fachmann der Welt. Sicher auch ein Grund, warum die nach der Wende auf den deutschen Markt gefluteten Ost-Schauspieler viele West-Schauspieler erstmal arbeitslos machten. 

Es muss seit Jahrtausenden so etwas wie schauspielerische Naturgesetze und Grundregeln geben. Sie werden nur immer wieder neu und zeitgemäß adaptiert und camoufliert. Deswegen trifft „Method Acting“ im direkten Sinne – also nicht als Label, sondern als „Methodisches Schauspiel“ – die Hydra ins Herz:

Es gibt zwei Grundrichtungen: „Von Innen nach Aussen“ und „Von Aussen nach Innen“. Und zahlreiche schulische Wege, um diese Grundrichtungen einzunehmen. Et en plus zahllose individuelle Pfade, um überhaupt auf den Weg einer schulischen Richtung zu kommen. Nur um dann auf dem Weg einer Grundrichtung zu erkennen, dass man wieder umkehren muss. Denn das Geheimnis der Kunst liegt genau in der Mitte der beiden Grundrichtungen: In deren Balance. Um das für sich selbst herauszufinden, geht es für jeden Schauspieler wieder und wieder zurück in den Kreisverkehr: Sich im Kreis bewegen, bis dann wieder die richtige Ausfahrt kommt. Die geht dann eine Zeit lang gut und dann geht es wieder ab zurück in den Kreisverkehr und auf ein Neues. Und das Ganze nochmal, nochmal, nochmal und nochmal.

Schauspiel ist ein Kreisverkehr. Ein in sich ruhendes, sich ständig spiralförmig um sich selbst drehendes System, welches sich konstant weiterentwickelt. So wie die Erde in Verbindung mit allen anderen Planeten steht und sich weiterentwickelt, steht das Universum mit anderen Universen in Verbindung. Und auch unsere Kunst steht in Verbindung mit anderen Künsten. Es ist und bleibt eben alles in sich selbst ruhend und in Bewegung. Veränderung ist die einzige Konstante. Schauspiel besitzt trotz der in beide Richtungen spiralförmig laufenden Bewegung zwischen Innen und Aussen -kurz bei allem Stress drumrum- eine konstruktive, linear aufwärts gehende Entwicklung. Vertraue also darauf, dass Du Dich bei allem Chaos und scheinbaren Neuanfängen konstant weiterentwickelst. Gib nicht auf!

Denn dort, wo Du jetzt gerade in diesem Moment bist, ist genau der richtige Ort für Dich. Und alles was Menschen wie ich – Coaches, Helfer oder auch andere Planeten – für Dich tun können, ist, Dich auf Deine Umlaufbahn zu führen, zu stupsen oder zu stossen. Und dafür suchen wir aus der Schatzkiste des von Stanislawski dokumentierten „Methodischen Schauspiels“ die richtige Technik und Herangehensweise für Dich heraus. Um Dich eben auf Deine Umlaufbahn, auf Deinen „Kreis des Lebens“ zu bringen. Um Deine Absicht (oder Deine Bestimmung) zu unterstützen, die da ist: Im Kreis des Lebens dem Kreis des Lebens den Kreis des Lebens zu zeigen. Denn nur darum geht es. Und dafür helfen Methoden des sogenannten Method Actings – noch Fragen?